| BOA Farm - Prärie im Weinviertel |
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Dieser symbiotische Testlauf – der Bio-Bauer lieferte das Futter für die Tiere und erhielt als Gegenleistung den natürlichen Dünger – funktionierte für alle Seiten zur besten Zufriedenheit und so sammelten die Rinderzüchter ihre Herden von den verschiedenen bis zu 100 km verstreuten Höfen ein und pachteten das gesamte Gut, das sie 2006 dann auch kauften. Heute werden hier rund 700 Rinder der Rassen Galloway, Aberdeen Angus und Shorthorn auf den weitläufigen Weiden freilaufend und mit geringstem menschlichen Zutun gehalten, wie man es sonst nur aus Nord- und Südamerika oder Irland kennt. Die Orientierung der beiden international anerkannten Rinderexperten: die Zucht von erstklassigen Rindern, wobei die Tiere selbst den Großteil der sonst bäuerlichen Arbeit erledigen. Dieser an sich recht unübliche Ansatz wird leichter verständlich, wenn man die Hintergründe dazu erfährt: Der Quereinsteiger und Querdenker Fred Zehetner stammt aus einer traditionsreichen Fleischhauer-Dynastie aus Oberösterreich und wollte schon als 8-Jähriger Bauer werden. Anfangs nahm ihn sein Vater noch zum Viekauf auf die Bauernhöfe mit, später durfte er sich dort nicht mehr blicken lassen: „Den kannst zu Hause lassen, der will Bauer werden - aber nicht so wie wir“ lautete die Reaktion der Bauernschaft auf seine Kritik an ihrer Arbeitsweise. |

Im Grenzgebiet zu Tschechien, im nördlichen Weinviertel, liegt in Wildendürnbach der Mitterhof, ein rund 300 Hektar großes Gut mit bewegter Vergangenheit, das einst als Schloss, als Kloster, und zuletzt als landwirtschaftliche Anbaufläche genutzt wurde. 2003 endete der idyllische Dornröschenschlaf am Mitterhof, dessen mittelalterliche Bauwerke mittlerweile vollkommen verfallen waren: Fred Zehetner und Daniela Wintereder, Rinderzüchter aus Oberösterreich und Pächter von sechs landwirtschaftlichen Betrieben, zogen mit einer Vorhut ihrer Rinderherde ein, um testweise einen benachbarten Bio-Bauernhof mit den Stoffwechselprodukten der Rinder zu versorgen.

